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13.04.2016
Ringen

Nachrufe Heinz Fauser und Friedel Berner

Nachruf Heinz Fauser:

 

Liebe Trauergäste,

es ist für uns alle heute ein trauriges Ereignis, aber auf der anderen Seite auch eine große Unterstützung für unsere Familie, dass so viele Freunde und Bekannte von unserem Vater den Moment mit uns teilen und sich heute von ihm verabschieden.

Unser Vater, Opa, Schwiegervater und für viele ein guter Freund, wurde am 3. Februar 1930 in Stuttgart geboren.

Er wuchs als einziges Kind seiner Mutter Josephine und seinem Vater Otto in Weilimdorf in der Krummen Gasse auf. Seine Kindheit wurde geprägt durch eine sehr dominante Mutter. Aus seinen Erzählungen und den Gesprächen mit seinen Freunden wusste ich, dass es nicht nur eine sorglose und schöne Kindheit war.

Den Krieg erlebte er als Heranwachsender. So zum Beispiel bei einem Bombenangriff in Pforzheim, wo er sich mit seiner Mutter unter einem Zugwaggon versteckte und beide nur knapp mit dem Leben davon kamen.

Als Jugendlicher begann er eine Schreinerlehre bei der Schreinerei Gscheidle, zusammen mit Rudi Spieß, der leider vor einigen Jahren viel zu früh verstorben ist.

Freunde von ihm beschrieben seine Zeit als Jugendlicher und junger Mann als eine recht wilde Zeit, wo er seine draufgängerische Ader mit schnellen Motorräder beim Geländefahren auslebte und gut noch in die Zeit gepasst hat, wo eine revolutionäre Rock´n Roll Generation aufwuchs. Das Motorradfahren war noch im fortgeschrittenen Alter ein Hobby von ihm. Eine Puch GS 250 und eine Adler MB 250 mussten es sein.

Den Beruf des Schreiners übte er nicht lange aus und so wechselte er zur ZEG nach Zuffenhausen, wo er in den Außendienst ging. Später kreuzten sich wieder die Wege mit Rudi, als er ebenfalls dann im Außendienst tätig, zur Fa. Götz nach Böblingen wechselte. Danach machte er sich als Handelsvertreter selbstständig und blieb der Holzbranche treu.

Er lernte seine Frau Elfriede kennen. Sie heirateten am 31.10.1956 und bald danach wurde unsere Schwester Christina geboren, welche kurz nach der Geburt verstorben ist. Seine Tochter Susanne kam 1959 und seine zweite Tochter Bettina 1962 zur Welt. Ich ein Jahr später, 1963.

Durch Freunde in Weilimdorf kam er zu seiner wohl größten Leidenschaft, dem Ringen. Selbst nie aktiv auf der Matte, übernahm er als Abteilungsleiter die Geschicke der Ringerabteilung der SG Weilimdorf und hauchte dieser neues Leben ein. 15 Jahre lang übte er dieses Amt aus und auch danach war er immer zur Stelle wenn man ihn brauchte. In dieser Zeit ging es nicht nur sportlich bei den Ringer aufwärts, sondern auch die Geselligkeit kam nie zu kurz. Ob es Skiausfahrten in die Schweiz oder Österreich, eine Reise nach Istanbul, Freundschaftskämpfe in der Schweiz oder gegen das ungarische Spitzenteam von Ganz Mavag Budapest vor 500 Zuschauer in Weilimdorf waren, das alles organisierte er gerne, sicher nicht nur uneigennützig. So wie ich das weiß, hatte er immer auch sehr viel Spaß dabei. Jeden Ringkampf seiner Weilemer wollte er sehen. Viele sagen heute, mit ihm haben sie den größten Ringerfan in Weilimdorf verloren.

Unser Vater war bestimmt kein bequemer Mensch, was er aber auch nicht sein wollte. Er hatte seine Ecken und Kanten, er war geradlinig in seinem Tun egal ob richtig oder falsch und lebte auch mit den Konsequenzen. Er hat Grenzen für sich selbst definiert und seine Leidenschaften ausgelebt.

Seine älteste Tochter Susanne war vor allem für meine Schwester Bettina eine echte Vorkämpferin und erleichterte vieles. Ich erinnere mich gut an die Szenen die mein Vater machte, als Susanne den ersten Freund nach Hause brachte. Unsere Mutter versuchte zeitlebens der ruhige Ausgleich zu unserem Vater zu sein.

Wir wussten zu jeder Zeit dass er für uns da war wenn es darauf ankam und er stellte sich vor uns, wenn es darum ging, uns zu verteidigen. Ab der Geburt seiner ersten Enkel wurde er ruhiger und zeigte ihnen gegenüber immer seine liebevolle Seite. Auf alle seine sieben Enkel war er immer besonders stolz. Er war ein guter Opa.

Ende 2008 und Anfang 2009 trafen ihn zwei Schicksalsschläge kurz hintereinander. Zuerst verstarb seine Frau Elfriede und nur wenig später erlag seine Tochter Susanne ihrem Krebsleiden. Keine einfache Zeit für ihn und die Familie.

Ich habe ihm als Kind immer gerne zugehört wenn er mir Geschichten erzählte. Meist handelten sie von Sagen. Eine davon ging mir nie aus dem Kopf. Es ging um die 100.000 Mann starke Truppe der Perser bei ihrem Angriff auf die nur 5.000 Mann starken Hellenen. Der persische Anführer Xerxes sagte zu dem Spartaner Leonidas, dass er sich ergeben solle, daß seine Soldaten mit ihren Pfeilen die Sonne verdunkeln würden. Der Spartaner antwortete: Dann kämpfen wir eben im Schatten. Ich verband diese Geschichte immer eng mit meinem Vater.

Ich kann mich an keinen Moment erinnern wo mein Vater Angst gezeigt hat. Erst in den letzten Wochen vor seinem Tod deutete er immer wieder an, dass es auch für ihn nicht leicht war los zu lassen. Es gab Phasen wo er darum bat, es ihm leichter zu machen und er sich eine schnelle Erlösung wünschte. Dann aber zeigte er auch wieder wie schwer es für ihn war sich damit abzufinden. Angst so glaube ich, hatte er auch vor dem Sterben nicht.

Unser Vater und Opa hatte auch eine besondere Gabe. Er war für uns der lebende Beweis des Dr. Dolittle. Er hatte eine starke Verbundenheit zu Tieren, immer ein großes Herz für diese. Dobermänner hatten es ihm besonders angetan und ich denke diese Rasse passte auch ganz gut zu ihm. Sein Beo Oscar hatte die Gesprächigkeit von ihm und war fast so unterhaltsam. Es gab kein Tier dem er nicht geholfen hätte und so hatten wir in den Jahren unzählige Tiere bei uns die gepflegt und auch innerhalb kürzester Zeit bei ihm zahm wurden. Sein Freund und Vogelspezialist Heribert wird sich daran erinnern wie er einem wilden Spatz den halb abgerissenen Flügel amputierte, ihn gesund pflegte und dieser dann handzahm wurde. Der Pavian, den er vor dem einschläfern aus einem insolventen Zirkus befreite, musste er dann wieder an einen Privatzoo abgeben, weil dieser auf die Stimme seiner Mutter aggressiv reagierte und glaubte, ihn beschützen zu müssen. Seine zwei Gänse Emma und Felix, die er als Küken aufzog, waren viele Jahre die Attraktion in der Siedlung. Außer ihm war niemand vor den Attacken von Felix sicher.

 

Stefan Vogt sagte mir, dass man Menschen auch durch ihre Geschichten in Erinnerung behält und es über unseren Vater viele Geschichten gibt und er allein dadurch nie in Vergessenheit gerät. Ich denke Stefan hat recht. Auch stimmten mich die Worte von Yasar und Kemal Demir nachdenklich. Vater war für ihre Familie und viele ausländische Ringerfreunde ein Synonym für herzliche und ehrliche Freundschaft. Sie sagten auch, dass wenn es in jedem deutschen Verein nur einen Menschen wie Heinz geben würde, hätte man mit Integration in Deutschland weniger Probleme.

 

Unsere Familie ist dankbar und stolz auf seine vielen Freunde die an ihn gedacht haben und ihn während seiner langen Leidenszeit begleitet haben und ihm mit ihren Besuchen und Gesprächen immer das Gefühl gaben, dass er nicht in Vergessenheit geraten ist. Auch die Nachbarschaft, besonders Familie Schrag, stand ihm immer hilfsbereit zur Seite.

Auch ist es sicher nicht selbstverständlich wie alle seine Enkel immer für ihn da waren. Das hat ihn sehr stolz gemacht. Ich glaube es gab in den vergangenen Monaten kaum einen Tag wo Fabian nicht bei ihm war.

Großen Respekt auch gegenüber Hedwig. Seine langjährige Freundin pflegte ihn monatelang und war 24 Stunden für ihn da. Unser Vater hat es ihr dabei nicht immer leicht gemacht, viele wären an dieser Aufgabe gescheitert.

 

Bevor wir ihn nun zu seiner letzten Ruhestätte begleiten, möchte ich zwei seiner Freunde zitieren. Beide drücken eine Herzlichkeit und Verbundenheit aus und das so, wie ihn viele gesehen haben und wie man ihn in Erinnerung behalten sollte:

„Auch wenn es ihm schlecht ging, trotzdem eine traurige Nachricht. Wenn es für ihn vielleicht eine Erlösung war, ist das für uns trotzdem nur ein kleiner Trost. Werde immer an ihn denken und in guter Erinnerung behalten.“

Ein Ringerfreund der ihn erst in den letzten Jahren kennengelernt hat sagte das:

„Ich sehe Deinen Vater am Mattenrand sitzen, wie er mir immer mit einem herzlichen Lächeln die Hand gedrückt hat. So werde ich mich immer an ihn erinnern.“

Ich denke das sind schöne Worte mit denen wir ihn verabschieden können. Das hätte ihm sicher gut gefallen.

 

 

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Nachruf Friedel Berner:

 

Liebe Johanna,

lieber Michael mit allen Familienangehörigen,

liebe Sportkameraden und liebe Trauergemeinde,

 

wir trauern heute um unseren Freund und Sportkameraden Friedel Berner!

 

Friedel ist im Jahre 1960, im Alter von 16 Jahren, der SG Weilimdorf Abteilung Ringen beigetreten.

Ich traf Friedel das erste Mal im Jahre 1967, als ich mit 14 Jahren zu den Ringern kam und zuerst mal bis 1973 aktiv war. Danach verloren wir uns für ein paar Jahre aus den Augen, bis ich mich 1985 zusammen mit meinen Söhnen Stefan und Daniel der Abteilung wieder anschloss. Damals war Friedel inzwischen auch mit seinem Sohn Michael im Training.

Ab da an verbrachten wir viel Zeit zusammen und es entwickelte sich eine Freundschaft zwischen uns Väter und unseren Söhnen.

 

Friedel und ich leiteten die Jugendabteilung, wir gingen gemeinsam zu den Jugendleitersitzungen, Turnieren und Meisterschaften. Wir organisierten Schülerausflüge wie zum Beispiel mit dem Fahrrad nach Eberdingen um auf dem Sportplatz zu zelten und auf dem nahegelegenen Erdbeerfeld ein paar Erdbeeren zu pflücken, oder fuhren mit dem von Friedel extra gekauften VW Bus nach Baden Baden in den Schwarzwald. Friedel organisierte Werksbesichtigungen bei Ensinger Sprudel oder bei Coca Cola in Deizisau. Wir hatten eine lange gemeinsame Zeit mit sehr viel Spaß und Geselligkeit erleben dürfen.

 

Friedel und ich waren ein Team das sich gut ergänzte. Friedel trank nie Alkohol, war daher meist der Fahrer und ich konnte ein Pils mehr trinken.

Sehr gerne ging Friedel auf den Flugplatz - Hahnweide oder zum Modellfluggelände zwischen Ehningen und Hildritzhausen. Einmal konnten Friedel, die 3 Jungs und ich auf dem Flugplatz Möckmühl, in einer alten Propellermaschine vom 2. Weltkrieg einen Flug machen. Am Stuttgarter Flughafen schoben wir eine Sportmaschine auf die Startpiste und unsere 3 Jungs machten einen Rundflug.

 

Ungezählte Donnerstage gingen wir nach dem Training in das Vereinsheim zu Dieter Windischmann und später dann ins Blick Solitude zu Musti. Wenn die Lokalität geschlossen hatte, fielen uns immer Alternativen ein. Ob zu Rudi Kolb in den Safari – Club oder Stuttgart zum Brunnen Wirt, wo es dem Friedel seine Lieblings-Currywurst gab.

Friedel ließ keine Gelegenheit aus um Sponsoren und Werber für seine Ringerabteilung zu gewinnen.

 

Friedel hat sich ebenfalls im Hauptverein eingebracht und war in seiner 50- jährigen Vereinszugehörigkeit auch Abteilungsleiter Ringen.

2010 ist Friedel dann leider aus der SG Weilimdorf ausgetreten.

 

Ich und alle Weilemer Ringer trauern um Ihren Freund, Kumpel und Sportkameraden und wir werden ihn immer in bester Erinnerung behalten.